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Stilführer Sprache
Der einheitliche Auftritt im Außen- und Innenverhältnis verlangt grundsätzliche Entscheidungen dazu, wie mit Sprache umgegangen wird. Ziel der Kommunikation ist es, beim Empfänger etwas zu bewirken. Aber Lesen (und Verstehen) ist Arbeit! Diese Arbeit wollen Sie so einfach und angenehm wie möglich machen. Einheitliche Schreibweisen im Text erleichtern das Verstehen. Korrekte Sprache und Rechtschreibung sind neutral, und nur die enthaltene Botschaft wirkt. Korrektheit vermeidet, den einen oder anderen Empfänger vielleicht schon auf Grund des Ausdrucks abzustoßen. Ob Sie sich für die neue Rechtschreibung oder die alten Schreibweisen entscheiden oder auch - wie es die ZEIT praktiziert - Ihre eigene Form finden, ist nicht einmal so wichtig. Wichtig ist die konsequente und unternehmensweite Verfolgung der einmal getroffenen Entscheidung. Haben Sie bereits Ihre Regeln gefunden?Gibt es einen "Stilführer" in Ihrem Unternehmen? Oder entscheidet jeder Mitarbeiter für sich selbst, wie er kommuniziert?Welche Rechtschreibung?
Viele Menschen empfinden den großzügigen Gebrauch von "trendiger" oder "cooler" Sprache als Manieriertheit. Beispiele aus der "New Economy" sind Stoff für amüsante oder nachdenklich machende Glossen großer Tageszeitungen. Übertrieben eingesetzt, kann "Denglisch" Anstoß erregen. Noch schlimmer: Der Empfänger versteht den Text vielleicht gar nicht. Auf jeden Fall: Finden Sie eine einheitliche Regelung für die Schreibweise von Anglizismen, wenn Sie diese verwenden wollen oder müssen. Setzen Sie den Bindestrich ein, um die Zusammengehörigkeit von Wortgruppen aus Substantiven herzustellen. Bei gebräuchlichen Fremdwörtern vergewissern Sie sich im Wörterbuch, ob die Schreibweise korrekt ist. Beispiele für (lesbare) Anglizismen: Know-how, Face-to-Face, E-Business, Business-to-Consumer, Shopping-Center, Short Story. Namen von PersonenWie benennen Sie für Ihre Kunden die Ansprechpartner? Eigenhändige Unterschriften sind oft schlecht zu lesen. Deshalb wird der zuständige Mitarbeiter deutlich genannt. Die Nennung von Vor- und Zunamen ist moderner als der Zusatz "Frau" oder "Herr". Auch in der internen Kommunikation klingt "Karin Schmitt" schöner als "Schmitt" oder "Frau Schmitt".Personen, weibliche/ männliche FormenWie entscheiden Sie sich? Höflich ist die Anrede beider Geschlechter: "Liebe Leserinnen und Leser". Im längeren fortlaufenden Text wird es allerdings umständlich. Die Verwendung von "frau schreibt" statt "man schreibt" empfinden viele Menschen als übertrieben, männerfeindlich oder einfach ärgerlich. Wissen Sie, wie Ihre Zielgruppe darüber denkt?BinnengroßschreibungWollen Sie der Mode der Binnengroßschreibung folgen? Nicht nur, um sowohl Damen und Herren als LeserInnen anzusprechen, sondern auch in Eigenkreationen wie "emPowerment"?FachterminologieIn technischen Branchen sind Fachwörter und auch originalsprachliche (englische) Fachbegriffe oft unumgänglich. Wenn Sie bei Ihrer Zielgruppe die Kenntnis voraussetzen können, ist die Verwendung in Ordnung. Dann müssen Sie sich nur noch entscheiden, ob Sie die Begriffe in der Originalsprache oder eingedeutscht verwenden. Ein "Domänenkontroller" wirkt im technischen Dokument wahrscheinlich befremdlicher als der "Domain-Controller".Internes GlossarAlle Fach- und Fremdwörter, die in Ihrer Branche zum täglichen Wortschatz gehören, sollten Sie in Form eines Glossars erläutern. Das ist besonders in großen Unternehmen wichtig. So ist gewährleistet, dass jeder (auch der neue) Mitarbeiter die Bedeutung kennt und bei Kundennachfragen richtig antwortet. Während Sie "Ihr" Glossar bearbeiten, werden Sie erkennen, ob es vielleicht doch für den einen oder anderen fremdsprachlichen Begriff ein besseres - deutsches - Wort gibt, das sich gut verwenden lässt.Rein intern verwendete Fachbegriffe nehmen Sie im Interesse neuer Kollegen auch mit in das Glossar auf. Sie ersparen den Mitarbeitern peinliches Nachfragen und Zeit. AbkürzungenAbkürzungen gehören zum Leben. Viele lassen sich nicht vermeiden oder haben sich bereits so eingebürgert, dass das Ausschreiben merkwürdig wäre. Ihnen sind sie selbstverständlich, aber: Kennt der Leser alle firmeninternen Abkürzungen? Hier müssen Sie kritisch unterscheiden zwischen allgemein gebräuchlichen Formen und "Eigenschöpfungen". Nehmen Sie Abkürzungen mit vollem Wortlaut und gegebenenfalls Erläuterung mit in Ihr Glossar auf. Dann fällt es den Mitarbeitern nicht schwer, die Abkürzung zumindest beim ersten Vorkommen korrekt zu erklären - zum Beispiel in Klammern hinter der Abkürzung.Im Fließtext bei Briefen oder im Werbetext stören Abkürzungen oft den Lesefluss, besonders, wenn sie mit Punkt geschrieben werden. Statt "z. B." schreiben Sie vielleicht lieber "zum Beispiel". TextbausteineWarum eine gute Formulierung immer wieder neu erfinden? Die Textverarbeitung bietet leistungsfähige Funktionen zur Verwaltung und Organisation von Textbausteinen (AutoTexte). Textbausteine sind für Mitarbeiter, die nicht gern und flüssig formulieren, eine wichtige Hilfe. Sie sparen viel Überlegung und Zeit, und der vereinbarte Stil, der zu Ihrer Firmenidentität passt, wird leichter gewahrt.Hinweis: Falls Sie interessiert sind, welche Word-Einstellungen bei der Einhaltung der Regeln Ihres Stilführers helfen, so finden Sie auf den KorrespondenzManager-Seiten im Tipparchiv Informationen zu diesem Thema. Karin Schmitt, Februar 2003 zurück zur Tipp-Übersicht |
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